2019 Frankreich

Neue Wege warten schon

Fehltritte, Fehlschläge, Scheitern

Diese Worte und ihre damit verbundene Bedeutung gehören zu meiner Geschichte des Reisens genau so dazu, wie die bisherigen Erfolgserlebnisse. Sicher ist es nicht immer einfach mit solchen Missgriffen umzugehen, doch denke ich, dass das schwierigste an diesen die Einsicht ist. Sich selbst einzugestehen, dass man einen Fehler gemacht hat und vor allem das eigene Verzeihen sind die Berge, die es zu überwinden gilt. Nach meiner Einsicht am gestrigen Tag, dass mein Knie die Strapazen wohl nicht länger mitmachen kann, ohne dass ich eine mehrtägige Pause einlegen müsste, sowie der Erkenntnis, dass es falsch war diese Unternehmung trotz der nicht dafür ausreichenden Ausrüstung durchziehen zu wollen, haben mich klüger werden lassen. Zumindest denke ich das zum jetzigen Zeitpunkt. Ob ich wirklich daraus gelernt habe, wird sich in den nächsten Wochen, Monaten & Jahren zeigen.

Die Art, wie Woody und ich reisen, war schon vor unserem ersten Trip – den Rheinradweg von Bochum bis zur Nordsee und zurück – sehr abenteuerlich durchgeführt. Ohne vernünftigen Schlafsack für die kalten Temperaturen und ohne ein vernünftiges Fahrrad haben wir es dennoch geschafft. Genau so die Tour um Jütland herum, bei der so viele Dinge kaputt gegangen sind, dass nicht genug Zeit war diese vernünftig zu ersetzen, um die Reise nach Barcelona antreten zu können. Und dennoch haben wir es versucht – und sind gescheitert. Nicht zuletzt auch wegen meinem Knie, welches zuletzt so stark schmerzte, dass ich kaum vernünftig auftreten konnte.

Ich stehe dazu, dass dieser Trip einfach eine Nummer zu groß war – für jetzt! Doch heißt jedoch nicht, dass wir aufhören werden weiter zu reisen und Erfahrungen zu sammeln. Meine Entscheidung, die Tour abzubrechen, fiel mir nicht leicht und ich haderte einige Stunden damit, die Kraft hierfür aufbringen zu können. Ich weiß aber, dass dies die einzig richtige Entscheidung war. Hier und jetzt. Nicht für immer.

Dieser Minimalismus, den ich an den Tag lege, nicht nur was die Art zu Reisen angeht – mit Fahrrad, Zelt und einfachen Dingen – sondern auch wie die Ausrüstung gewählt ist, ist sicher vergleichbar damit ein Pferd von hinten aufsatteln zu wollen. Doch ist dies genau die Art, die es bisher so wunderbar und abenteuerlich gemacht hat. Mit einfachen Mitteln, ohne einen großen Geldbeutel und ohne großartige Routenplanung, war es einfach herrlich diese bisherigen – und vor allem auch wunderbaren – erfolgreich Touren gestaltet zu haben. Dass irgendwann einmal ein Zeitpunkt kommt, an dem es nicht weiter geht, gehört dann einfach dazu.

Schon ein paar Stunden nach der traurigen Einsicht und dem überwinden des Frust, dass wir es nicht weiter schaffen werden, grübelte ich nach neuen Möglichkeiten, neuen Plänen, neuen Wegen. Ich habe vor kurzem den Blogartikel über Dogpacking – Reisen mit Hund und Rucksack geschrieben, der zuerst natürlich als Informations- und Inspirationsquelle dir gegenüber dienen sollte. Doch nun habe ich mich selbst davon motivieren lassen: Warum nicht einfach den Rucksack schnappen und schöne Orte per Bus & Bahn oder Trampen erkunden? Genau diese Idee schwirrt mir nun durch den Kopf. Ich möchte das Bikepacken sicher nicht komplett an den Nagel hängen, doch werde ich solche Trips mit Fahrrad und Hund auf die nähere Umgebung beschränken – zumindest solange ich keine geeigneter Ausrüstung für weitere Trips habe, was aber sicher einige Zeit benötigen wird.

Backpacken mit Hund – ebenfalls Dogpacking – wir nun also dafür sorgen, dass ich Woody gegenüber weiterhin das Versprechen halte ihm so viel von der Welt zu zeigen, wie es in meinen Möglichkeiten liegt. Woody ist der wundervollste Travel-Buddy, den man sich wünschen kann und solange er noch so aktiv und energiereich durch die Gegend lächelt, werde ich ihm das nicht vorenthalten.

Jetzt gerade befinde ich mich im Zug in die Heimat, wo ich weiter meine Gedanken sortiere und mehr in die Zukunft, als die Vergangenheit blicke. Ich bin überaus gespannt darauf, was wir in den nächsten Monaten noch erleben werden und brenne darauf neue Abenteuer anzugehen. Weiterhin natürlich so minimalistisch wie möglich und auch weiterhin immer mit Woody an meiner Seite.

Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen,
um nach vorne zu gelangen

An dieser Stelle möchte ich auch ein Dank an alle loswerden, die uns begleiten. An alle, die uns mit guten Gedanken & Wünschen, sowie Nachrichten & Kommentaren überschüttet haben, während wir in Jütland ein Hindernis nach dem anderen überwältigt haben, an alle, die Teil der – wenn auch sehr kurzen – Reise von Freiburg nach Dole waren und uns so viel Zuspruch gegeben haben. Ich hoffe sehr, dass Woody und ich euch weiterhin so schön unterhalten, motivieren, inspirieren und teilhaben lassen können, wie es bisher der Fall war.

Euer
Kai & Woody

 


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