2019 Frankreich

Wortspucken

Wie der Titel des Beitrags schon sagt, muss ich mich hier einfach mal allem entledigen, was mich gerade stört. Das meiste sind tatsächlich Sachen, die ich selbst hätte besser machen bzw. wissen müssen. Ich war allerdings so von der Idee getrieben, diese Tour von Freiburg nach Barcelona zu unternehmen, dass ich es einfach nicht wahrgenommen habe. Schon auf meinen bisherigen Touren war ich alles andere als Luxusbedürftig. Ich habe ein mehr als untauglich Fahrrad für solche Fahrten, keine wirkliche Kondition und das restliche Equipment erstreckt sich von einem Schlafsack dessen Komfortbereich bei 16°C liegt bis hin zu einem komplett durchlöchertem Regenschützen für den Anhänger.

Hier kommen wir auch schon zu einem der  wenigen soliden Teile unserer Trips: Dem Anhänger – der einzige Gegenstand, den ich mir nicht selbst gekauft, sondern von einem unbekannt bleiben wollenden Spender erhalten habe. Die beiden weiteren Dinge, die mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind, ist die Matratze, als auch das Zelt. Die übrigen Dinge haben nun zum Teil schon so große Verschleißerscheinungen, dass es eine utopische Vorstellung von mir war ohne Geld, in diesem Märzwetter und Temperaturen loszuziehen.

Bereits nach einem kleinen Regenschauer ist das gesamte Innenleben des Anhängers klitschnass. Meine Regenhose halte ich mit Ducktape und Reflektorklemmen dicht, während die Klamotten in meinem Rucksack natürlich total verloren haben. Die nächtliche Kälte hatte ich mir eigentlich schon von meiner letztjährigen Tour durch die Niederlande gedacht und dennoch habe ich darauf verzichtet – auch des Geldes wegen – einen vernünftigen Schlafsack zu besorgen. Die Folgen bisher waren:  Zeltnächte, die selbst mit drei Paar Wintersocken, länger Hose, T-shirt, Pullover, Fleecejacke und Wollmütze noch bitterkalte waren. Und hier schlägt tatsächlich das Karma ein wenig zu. Vor etwa einem Monat habe ich einen 50€ Gutschein für Fahrrad.de gewonnen, für den ich – mit einer kleinen Zuzahlung – einen ziemlich guten und kompakten Schlafsack hätte kaufen können. Stattdessen habe ich diesen Gutschein vergünstigt auf Ebay angeboten um auf der Fahrt ein paar Euronen mehr zu haben. Übrigens ohne Erfolg.

Als dann während des 5. Tages einer der Anhängerreifen platzt, habe ich auch hier das Zeichen nicht so recht erkannt. Ich wollte wiedermal lieber die paar Euros sparen und dachte, als ich mit Hilfe von Ducktape weitere 35 Km gefahren bin, dass es doch sicher noch einige Zeit halten wird. Pustekuchen! Am nächsten Tag platzte er nach nur 15 Kilometern erneut. Zum Glück habe ich am Vortag Benjamin kennen gelernt, der mich samt Rad, Anhänger und Woody zurück zu sich nach Dole brachte, um am darauf folgenden Montag zum Fahrradladen gehen zu können.

Und damit ich den Käse zum Wine auch komplett wert bin kommt nun mein Körper noch hinzu, der mir seit dem zweiten Tag bereits mitzuteilen versucht, dass das eine ganz blöde Idee war, Kai! Mein Knie schmerzt. Mein linkes Knie tut bei jedem treten der Pedale mehr und mehr weh. Nach ein paar Tagen musste ich es sogar beim treten immer wieder verrenken, um die Belastung von einer auf eine andere Stelle zu lenken, was aber sicher nicht gut zu sein scheint. Als ich dann vom eben schon erwähnten Fahrradladen zurück kam, konnte ich auf Grund der Schmerzen die Treppe zur Wohnung kaum noch hochgehen. Jetzt reichts! Das wars!

Ich habe genug. Ich habe keine Lust mehr und höre jetzt auf die Zeichen. Mein Körper ist – neben Woody – mein bester Freund. Wenn er mir sagt es geht nicht mehr, dann geht es nicht mehr. Schweren Herzens und mit Tränen in den Augen werde ich meine Tour abbrechen. Irgendwann werde ich sie erneut versuchen – besser vorbereitet. Ob ich dieses Jahr im September wieder einen Trip starte? Sicher nicht mit dieser Ausrüstung, daher denke ich eher nicht. Zumindest nicht mit dem Rad… Aber das ist ja das gute am Dogpacking. Entscheidend ist nur das Reisen mit Hund und Rucksack.

 


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